<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Der Schweizerische General-Consul zu Triest zeigt die Rückkunft des Jacob Jucker von Bauma aus Algierischer Sclaverey an.</title><respStmt><resp key="transcript" ref="#lla">Transkript: lla<date when="2010-07-29">29.07.2010</date></resp><name key="editor">Staatsarchiv des Kantons Zürich</name></respStmt></titleStmt><publicationStmt><authority>Staatsarchiv des Kantons Zürich</authority><date>2010</date></publicationStmt><seriesStmt><title>Regierungsratsbeschlüsse seit 1803 online</title><editor>Staatsarchiv des Kantons Zürich</editor></seriesStmt><sourceDesc><bibl><title>Der Schweizerische General-Consul zu Triest zeigt die Rückkunft des Jacob Jucker von Bauma aus Algierischer Sclaverey an.</title><date when="1816-10-17">17.10.1816</date><ident>StAZH MM 1.60 RRB 1816/1130</ident><idno>320–322</idno><edition>Regierungsratbeschlüsse seit 1803 online</edition><figure><graphic url="TKR_RRB_Transkripte/MM_1_052_MM_1_113/MM_1_060/MM_1_60_RRB_1816_1130_p.pdf"/></figure><ref target="https://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=1364212"/></bibl></sourceDesc></fileDesc></teiHeader><text><body><p/><p><pb n="320"/>Der Adjunct des <placeName n="4409d285-8592-48df-89d2-858592c8df73" type="deriv">Schweizerischen</placeName> General-Consul zu <placeName n="e1ec3d06-895d-477e-ac3d-06895d677eb5">Triest</placeName>, Herr <persName n="e915bf04-af0f-4948-95bf-04af0fa948b8">Roi Courvoisier</persName>, macht der hiesigen <orgName n="916c8b7d-d322-4c51-ac8b-7dd322cc5183">Regierung</orgName> mit Zuschrift vom 30sten v. M. die Anzeige, daß dort ein Angehöriger des hiesigen Kantons, <persName n="1adb11a5-2d8f-4e92-9b11-a52d8fbe92cc">Jacob Jucker</persName> von <placeName n="99140297-7ad8-4f74-9402-977ad84f74b0">Bauma</placeName>, aus der <orgName n="2bc6a6d1-2340-49b1-86a6-d1234049b113">Algierischen Sclaverey</orgName> angekommen seye, in welche er durch nachfolgende Ereigniße gerathen: Ao. 1807. trat er in das <orgName n="d742c18a-2186-45e0-82c1-8a218615e0fc">2te Schweizerregiment</orgName> in <placeName n="e29a480b-68ae-470f-9a48-0b68ae070f26" type="deriv">Französischen</placeName> Diensten, wurde Ao. 1809 in <placeName n="1eae69b8-ad92-4fcc-ae69-b8ad921fcca1">Spanien</placeName> gefangen, und von <placeName n="114cfae7-580b-46fb-8cfa-e7580b96fbb2">Tarragona</placeName> nach <placeName n="6078d66f-5383-4eb3-b8d6-6f53830eb387">Mélille</placeName> transportirt, wo er drey Jahre in trauriger Gefangen-<pb n="321"/>schaft schmachtete, dann zu den Mohren desertirte, welche ihn vier Mahle nach einander verkauften und endlich auf <placeName n="61746402-18ad-4350-b464-0218add3508c">Algier</placeName> führten, wo er 3 1/2 Jahr Sclave war. Als zu Ende Monats May d. J. der Gesandte des <persName n="b7de290a-64a1-4236-9e29-0a64a1023651">Dey</persName> an den Großherrn auf einer <placeName n="062e74f9-a5d5-4aa4-ae74-f9a5d59aa47f" type="deriv">Englischen</placeName> Fregatte abgieng, so folgte demselben ein <placeName n="58ec26b7-0a78-4eec-ac26-b70a788eec60" type="deriv">Algierisches</placeName> Fahrzeug mit Geschenken beladen, darunter sich 12. Löwen und 2. Tiger befanden, und auf dieses wurde der <persName n="8f2d88a7-4858-4109-ad88-a748588109b1">Jucker</persName> nebst andern Sclaven eingeschifft, um mit Lebensgefahr den Thieren abzuwarten. Bey der Ankunft in <placeName n="f14e2749-0fab-4111-8e27-490fabe1119d">Constantinopel</placeName> begehrte der <orgName n="c1babed5-40c5-4802-babe-d540c578025e">K. Oestreichische Internuntius</orgName> die Christen-Sclaven heraus, und ließ sie mit dem Nöthigen versehen nach <placeName n="79eda1be-5df9-4182-ada1-be5df9118267">Triest</placeName> übersetzen. Dort wurden dem <persName n="6f38a7ab-6840-47e5-b8a7-ab684027e575">Jucker</persName>, auf Verwendung des <orgName n="e57eb28c-ad3a-4237-beb2-8cad3ad23739">Consulates</orgName>, von den anwesenden <orgName n="90d98b47-ded0-4d06-998b-47ded05d065f">Reformirten Schweizern</orgName>, nebst den nöthigen Kleidungsstücken 22. Augspurgergulden gesteuert, und ein Paß zur Heimreise verschafft, auf welcher er sich gegenwärtig befindet, und bey seiner Ankunft an Behörde zu stellen angewiesen ist.</p><p>Diesem Berichte, über die sonderbaren Schicksale und glückliche Befreyung des erst 23. Jahre<pb n="322"/>alten Menschen, – haben UHochgeachten HHerren und Obern mit Intereße und Vergnügen angehört, und daher beschloßen, dem <orgName n="ee363e96-0eb4-431b-b63e-960eb4c31b90">Consulate zu Triest</orgName> die demselben geleistete menschenfreundliche Hülfe und Unterstützung (laut Mißiven) beßtens zu verdanken, und die Vergütung allfällig gehabter amtlicher Auslagen zuzusichern. Sodann wird hievon auch der L. <orgName n="c4c9a176-c5c5-4814-89a1-76c5c5b81417">Militar-Commißion</orgName> zu angemeßener Verfügung, wenn sich der <persName n="a3836131-6e22-44a0-8361-316e22f4a04c">Jucker</persName> bey ihr stellt, und dem L. <orgName n="a195d9e9-f2cb-423f-95d9-e9f2cbe23fdb">Oberamte <placeName n="e1fe9d97-897e-4a48-be9d-97897eba4800">Kyburg</placeName></orgName> zu Handen der Eltern oder Verwandten dieses Mannes Kenntniß gegeben.</p><p/><p/><p/></body></text></TEI>