
| Signatur | StAZH MM 3.13 RRB 1899/2163 |
| Titel | Wasserrecht. |
| Datum | 26.10.1899 |
| P. | 694–695 |
[p. 694]
A. Unterm 7. September 1899 (siehe Amtsblatt No. 73 vom 12. September 1899) publizirte das Statthalteramt Hinweil folgendes Konzessionsgesuch:
„Die Aktiengesellschaft der Spinnereien von Heinrich Kunz in Aathal sucht hiemit um die nachträgliche staatliche Bewilligung nach, die Schwellbretter oder Fallen ihres Wehres im Aabach bei der Station Aathal in ihrem jetzigen Zustande, d. h. 18 cm über der frühern Konzession, fortbestehen zu lassen.“
B. Laut Bericht des Statthalteramtes vom 8. Oktober 1899 sind gegen das Gesuch keine Einsprachen erhoben worden.
C. Nachdem sich bei der Untersuchung der Anlage der untern Fabrik im Aathal (W.-R.-Kat. No. 166, Bez. Hinweil) herausgestellt hatte, daß bei Anlaß einer frühern Umbaute das Auffangswuhr derselben im Aabach abgeändert und erhöht worden war und in Wasserbaupolizeilicher Beziehung hiegegen nichts eingewendet werden konnte, ist die Inhaberin der Anlage mit Verfügung vom 25. August 1899 angehalten worden, hiefür nachträglich die staatliche Bewilligung nachzusuchen.
D. Mit Verfügung vom 25. August 1899 ist der Konzessionärin in Ausführung früherer Aufträge betreffend Neubestimmung des Wasserrechtszinses, ebenfalls der Vermessungsbericht über dieses Wasserwerk zugestellt worden.
Hienach ergibt sich:
| Stirne der Schwellbretter des Fallenwehres | 507,67 | m |
| “ “ “ “ Auffangswuhres von Trümpler (W.-R.-Kat. No. 31 Uster) | 499,04 | “ |
| Bruttogefäll | 8,63 | m |
| Hievon ab: Erforderliches Kanalgefäll | ||
| 1/4‰ für den Zulauf- und 1/2‰ für den Ablaufkanal | 0,31 | “ |
| Nettogefäll | 8,32 | m |
Die mittlere Wassermenge des Aabaches beträgt 1620 Liter pro Sekunde. Daher die Wasserkraft
8,32 x 1620 = 13,478,4 mkg = 179,7 PS.
Der Zins ist zu 4 Fr. pro PS. und pro Jahr anzusetzen. Der jährliche Wasserzins beträgt somit 718 Fr. 80 Rp. Derselbe ist je auf den 31. Dezember, zum ersten Mal auf den 31. Dezember 1899 zu entrichten.
Der unterm 7. September 1893 festgesetzte Zins beträgt 561 Fr. 60 Rp. und war nur ein vorläufiger, auf ein nutzbares Gefäll von 7,80 m und eine Wassermenge von 1350 Litern als mittleren Abfluß des Pfäffikersees und ohne Hinzurechnung des Hinweilerbaches berechneter Zins. Der Staat ist zu einer Zinsnachforderung g für die letzten 5 Jahre berechtigt. Dieselbe beträgt 5 (718.80–561. 60) = 786 Fr.
E. Gegen den Vermessungsbericht hat die Konzessionärin keine Einwendung erhoben.
Nach Einsicht eines Antrages der Baudirektion
beschließt der Regierungsrat:
I. Die Aktiengesellschaft der Spinnereien von Heinrich Kunz in Zürich, als Besitzerin des Wasserrechtes der untern Spinnerei in Aathal (W.-R.-Kat. No. 166 Bez. Hinweil) wird, unbeschadet allfälliger späterer privatrechtlicher Einsprachen, deren zivilrichterliche Erledigung der Inhaberin der Bewilligungsurkunde und nicht dem Staate zur Last fallen würde, gestattet, die Fallenoberkante ihres Wehres im Aabach auf der vorhandenen Höhe, Cote 507,67 nach untenstehendem Nivellement beizubehalten, unter den in den frühern Bewilligungen aufgestellten Bedingungen.
II. Die Höhenlage des Wasserwerkes wird folgendermaßen festgesetzt:
| A. | Auf westliche Fensterbank vom Haus Neueck, Südseite | 510,33 | m |
| B. | Oberfläche Grundschwelle am Auffangswuhr | 506,74 | “ |
| Stirne vom Schwellbrett | 507,67 | “ | |
| C. | Oberfläche Grundschwelle am Weiereinlauf | 507,05 | “ |
| Stirne am Schwellbrett | 508,09 | “ | |
| C1) | Sohle beim Auslauf des Leerlaufes | 506,85 | “ |
| Dammkrone des obern Weiers oben vom Weier | 508,79 | “ | |
| “ “ “ “ unten vom Weier | 507,98 | “ | |
| C2) | Antrittplatte beim Kosthaus, Westseite | 508,04 | “ |
| D1) | Oberfläche Grundschwelle vom Ueberfallswuhr | 506,45 | “ |
| Stirne vom Schwellbrett | 507,60 | “ | |
| D2) | Ueberlauf beim Kanalübergang | 507,53 | “ |
| Kanalsohle im Uebergang | 506,32 | “ | |
| Dammkrone des untern Weiers links in der Mitte | 507,80 | “ | |
| “ “ “ “ rechts in der Mitte | 507,90 | “ | |
| D3) | Nördl. Fensterbank der untern Fabrik, Ostseite | 504,04 | “ |
| D4) | Nörd. Fensterbank vom Turbinenhaus, Ostseite | 504,80 | “ |
| E4) | Oberfläche Grundschwelle am Weierauslauf zur Turbine | 506,03 | “ |
| Stirne des Schwellbrettes | 507,53 | “ | |
| [p. 695] | |||
| F1) | Oberfläche des Geierüberlaufes | 507,54 | m |
| G. | “ Grundschwelle des Leerlaufes | 505,86 | “ |
| Stirne des Schwellbrettes | 507,54 | “ | |
| G2) | Sohle des Auslaufes vom Leerlauf in den Aabach | 502,99 | “ |
| K1) | Zentrum der Turbinenachse | 504,56 | “ |
| Kettsohle Kanalauslauf | 498,57 | “ | |
| L1) | Oberfläche Grundschwelle im Aabach | 501,75 | “ |
| L2) | “ “ beim Bahndurchlaß | 501,30 | “ |
| Stirne des Schwellbrettes | 502,01 | “ | |
| Auslauf des Bahndurchlasses in den Aabach | 501,25 | “ | |
| Bachsohle des Aabaches daselbst | 500,46 | “ | |
| L3) | Sohle des Kanalauslaufes am Ende Gewölbe | 498,84 | “ |
| M. | Oberfläche des Marksteines No. 17 mit U. und S. bezeichnet | 500,30 | “ |
| Oberfläche des Marksteines No. 14 | 500,76 | “ | |
| “ “ Gemeindemarksteines mit U. 44 und S: 18 bezeichnet | 500,48 | “ | |
| N. | Kanalsohle am Auslauf in den Aabach | 498,57 | “ |
| O. | Oberfläche Grundschwelle am Auffangswuhr von Trümpeler | 498,78 | “ |
| Stirne des Schwellbrettes (W.-R.-Kat. No. 31 Uster) | 499,04 | “ | |
| Wasserrechtsmarke Oberfläche | 499,64 | “ |
III. Der jährliche Zins für dieses Wasserrecht wird auf 718 Fr. 80 Rp. festgesetzt, welcher Betrag je auf den 31. Dezember, zum ersten Mal auf 31. Dezember 1899 zu entrichten ist.
IV. Der bisherige unterm 7. September 1893 festgesetzte Zins von 561 Fr. 60 Rp. wird aufgehoben.
V. Die Zinsdifferenz im Betrage von 786 Fr. seit 1. Januar 1894 bis 31. Dezember 1898 hat die Konzessionärin sofort an die Staatskasse einzuzahlen.
VI. Disp. I. II. und III. dieses Beschlusses hat die Wasserrechtsbesitzerin in ihren Kosten im Notariatsprotoll eintragen zu lassen und sich darüber bei Vermeidung von Ordnungsbuße innerhalb 6 Wochen vom Datum dieses Beschlusses an, durch ein notarialisches Zeugnis bei der Finanzdirektion in Bezug auf Disp. III. und bei der Baudirektion in Bezug auf Disp. I. und II. auszuweisen.
VII. Mitteilung an die Aktiengesellschaft der Spinnereien von Heinrich Kunz in Zürich unter Bezug von 10 Fr. Experten-, sowie der Ausfertigungs- und Stempelgebühren durch das Mittel des Statthalteramtes, an das Statthalteramt Hinweil, an den Gemeindrat Seegräben, an die Notariatskanzlei Wetzikon, an die Finanzdirektion und an die Baudirektion unter Rückstellung der Akten.